Interviews / Artikel
Die hier eingestellten Interviews sind Artikel aus unseren Journalen der vergangenen Jahre. Im Original sind sie mit vielen Photos ausgestattet. Schauen Sie doch einmal unter JOURNALE nach.Ansichten zur Siamkatze :
The War Of The Types (der Krieg der Typen)
Von Catherine Bastide Costes,
aus dem englischen übersetzt von H.FügnerWährend die Siamkatze eine der ältesten Rassekatzen ist und immer eine der beliebtesten Zuchten der Franzosen war, noch vor den Persern und den Kartäusern/ Chartreux, durchläuft diese Rasse zur Zeit eine nicht länger zu verneinende Krise, die wenn sie nicht zur Kenntnis genommen wird eine nicht mehr rückgängig zu machende Veränderung nach sich zieht.
Die Geschichte der Siamkatze ist sehr eigentümlich. Obwohl sie ihren ersten königlichen Auftritt in der Welt der Catfancy 1871 während der Ausstellung im Crystal Palace hatte, war ihre Karriere so ereignisreich und die Bemühungen Nachwuchs aus einer Kätzin zu bekommen auch nicht so einfach. Für die ersten Liebhaber dieser Rasse genügte es vollkommen, dass die Katze blaue Augen hatte und Teile Ihres Körpers etwas dunkler schattiert waren als der Rest. Aber was einmal im Anfang funktionierte begann weniger und weniger von Erfolg gekrönt zu sein und war nicht mehr so relevant und je mehr Zeit verging, desto weiter entwickelte sich Wissenschaft in der Erforschung der Genetik und die Anzahl der Zuchten begann zu boomen. Wenn sich das Gen, verantwortlich für die Farbe der Siamkatze, innerhalb von nur zwei Generationen in jede Rasse ein zu kreuzen, könnte und sollte man dieses wahrnehmen und mit der Farbe fortfahren!
Das Verlangen sich zu unterscheiden, plus der kreative und drängende Geist einiger Züchter waren sicherlich die Basis für die Entwicklung des neuen Looks der Siamkatze in den 70-er Jahren. Diese hatten nicht länger im entferntesten Ähnlichkeit mit den Siamkatzen, die von einigen Diplomaten im 19.Jahrhundert aus dem Fernen Osten importiert worden waren. Die Veränderungen waren zu Beginn sehr progressiv, bis auf einmal eine fast mystische Katzenerscheinung auftauchte - Y-Not Hershey Bar of B-Jay ein chocolate tabby point Siam mit einem extrem langen schmalen Kopf, dessen Einfluß noch heute in vielen Stammbäumen zu merken ist. Diese Evolution führte zu einer Zersplitterung zwischen den Züchtern und der Öffentlichkeit, die ihnen nicht folgen wollte, oder konnte einfach auf Grund mangelnder Information.
Und als Spitze des fehlenden Wissens, bzw. teilweise bestehender Mißverständnisse zwischen den Produzenten und den Konsumenten, kamen noch Unstimmigkeiten der Züchter untereinander hinzu, welcher Typ nun der ideale sei.
Gemäß der unterschiedlichen Regionen und Zonen wuchs die unterschiedliche Auslegung der Felinen Dachvereine und ein Krieg des Typs/Standards entwickelte sich, obwohl der Standard für alle der gleiche ist!
Aber die Menschen interpretieren diesen Unterschiedlich. Was nun in Frankreich die letzten 20 Jahre passiert ist typisch an diesem Phänomen.Man kann nicht in zwei Generationen das erreichen, für das es sechs benötigt.....
Da die britischen Züchter die Basis der Siamzucht waren, stand Frankreich lange unter deren Einfluß und bevorzugte den moderaten Typ. Es blieb alles beim alten, bis zur Ankunft der ersten amerikanischen Linien, welches eine wahre Revolution auslöste und die Züchter ihre Katzen unter völlig anderen Gesichtspunkten betrachteten. Es muß erwähnt werden, dass die Amerikanischen Tiere zu diesem Zeitpunkt beeindruckend waren. Nicht nur ihre Köpfe waren sehr lang, sondern ihr gesamter Körper hatte eine unglaubliche Form und Struktur mit schlanker Form und endlos langen dünnen Schwänzen. Die französischen Züchter waren sofort begeistert, ihre Eile führte sie jedoch extrem schnell in eine Sackgasse, da es nicht möglich ist eine solche Typ Veränderung innerhalb von zwei Generationen zu erreichen, für die es mindestens sechs Generationen benötigt. Verantwortungslose Inzucht mit Linien, über die man zu diesem Zeitpunkt noch nicht all zu viel wußte und die für ihre Schwäche bekannt wurden, führten zu tragischen Konsequenzen. Einige werden sich noch an die Petmark Zucht erinnern, deren Kitten fast alle sofort nach der Geburt verstarben, deren Tod viele von uns berührt hat. Der Typ war da, ja- allerdings keine Gebrauchanweisung! Wie auch immer, der Gedanke und der Wunsch nach eleganten Siamesen ging seinen Weg und einige Züchter dachten, dass die Kreuzung der Englischen Katzen mit den Amerikanischen gute Resultate bringen müßte. Verpaarungen von Katzen der englischen Züchterin Angela Sayers Solitaires und einige von Vickie Marksteins gesundesten Petmark Katzen gaben ausgesprochen gute Tiere.
Wie sieht es mit mit dem alternativen Weg der Franzosen aus?
Es wäre sicherlich möglich gewesen die Richtung beizubehalten und weiterhin die Tiere bester Qualität miteinander zu verpaaren, aber plötzlich in der Mitte der 90-er entdeckten französische Züchter die Siamese den Fifé, der Felinen Dachorganisation, die besonders stark in West und Nord Europa aktiv ist. Die Fifé Züchter bevorzugten Tiere mit riesen Ohren, breit an der Basis und extrem mandelförmigen schmalen Augen, aber deren Körper häufig schwer und etwas plump wirkten und Schwänze zu dick und zu kurz waren.
Diese Katzen waren nichts für Anfänger, aber sie führten die Züchter dazu, im Übermaß zu produzieren, was keineswegs vernünftiger war, als das, was die vorhergehenden Züchter taten. Zweifellos spielen Richter eine Rolle bei diesem Hin und Her: In der Tat ist es viel einfacher eine Katze nach ihren Ohren zu richten, ohne diese zu berühren, als sie anzufassen, um sie nach ihrer Muskulatur und ihrem grazilen Körper zu richten.
Wie dem auch sei, wie schon in der vorhergehenden Periode gab es einige Momente von Anmut und zwar vor allem durch die Importe australischer Katzen. Sie basierten auf englischen Linien (Rama, Korindah) und zeigten die perfekte Balance zwischen Kopf und Körperbau auf.
Diese schizophrene Situation hat jetzt ihren Höhepunkt erreicht und Modetrends haben ja bekanntlich viele Anhänger.
Anstatt nach einer schönen Katze zu schauen natürlich extrem, wenn man über Siamesen spricht die große und wunderschöne Ohren mit mandelförmigen Augen, und einen Greyhound ähnlichen Körper in sich vereint, fuhren die französischen Züchter in gewohnter Geschwindigkeit fort und kamen um so mehr vom Weg ab; sie ziehen es vor vollkommen allein zu arbeiten. Es gibt einen Mittelweg zwischen den atemlosen CFA Siamesen und den FIFé Siamesen, unter denen einige nicht mehr ihre Augen öffnen können: diese Tiere kann man sowohl in den USA, als auch in den Niederlanden finden.
Die ausbalancierten Katzen im Standart sind das Ergebnis der Arbeit von Züchtern, die sich nicht der Diktatur der Mode unterwarfen. Sie haben sich entschlossen, sich Zeit zu nehmen, um ihr Ziel zu erreichen. Sie zögerten nicht, ihre Linien und Hoffnungen zu ändern, hinweg über die allgemeine Rivalität und die Statuten, als sie begriffen haben, dass umso größer ein Genpol ist, desto wunderschöner die Katzen werden. Die Wahl ist einer ihrer Schlüssel zum Erfolg.
Interview mit der Künstlerin GERDY OSKAMvon Nanda Alstede
Wenn es soetwas wie einen Gerdy Oskam-Fanclub geben würde, würde ich auf jeden Fall Mitglied werden! Gerdy ist meine lieblings Katzen-Künstlerin und ich war aufgeregt in einer Posittion zu sein sie zu interviewen. Über Jahre dekoriert eines ihrer Kunstarbeiten, genannt Explorer of the World, unseren Raum ein Ausstellungsstück, welches wir lieben!
Sie lebt in einer kleinen, schmalen Straße in Alphen aan den Rijn und als ich ihr Haus betrat, fand ich mich in einem Land von Cockaigne wieder! Überall wunderschöne Firgurinen, die ich gern für mich selbst haben wollen würde!
Ich kenne Gerdy nur von Telefongesprächen, aber ich weiß alles über Franz Joseph, ein hilfloses, mutterloses Kätzchen von 5 Wochen, welches sie in Deutschland wo sie einen Bauernhof besitzt gefunden hat und mit nach Hause nahm. Er wuchs mit ihr auf und wurde ein großer roter Kater. Das erste, was sie mir erzählte, war das Franz Joseph starb...nur 1 ½ Jahre alt. Ich versprach ihr nicht allzu viel darüber zu schreiben, da ihr Kummer über den Tod von Big Red, wie sie ihn nannte, noch sehr frisch ist und zu sehr schmerzt. Glücklicherweise gibt es noch Zilla, eine sehr liebevolle seal tabby point Siamkatze mit schönen blauen Augen, welche regelmäßig an dem Gespräch teilnehmen will; und in ein paar Wochen wird Zilla einen Freund bekommen ein Siamkater wird die Dinge wieder komplettieren.
Gerdy, behauptend sie wäre ein Disaster als Hausfrau, serviert uns eine Tasse Kaffee und wir setzen uns auf ihre Couch in ihrem schönen, hellen Zimmer, das sie auch als Ausstellungs- und Arbeitszimmer nutzt. Ich kann meine Augen einfach nicht von all diesen wunderschönen Figuren nehmen; auch die, die noch nicht fertig sind würde ich gern mit nach Hause nehmen!
Gerdy Oskam (58) wurde in Nieuwerkerk a/d Ijssel geboren, ihr Sternzeichen ist Widder. Sie ist Bildhauerin und studierte die Kunst des Modellieren und Skulptur Techniken an der Vrije Academie, the Hague. Mindestens dreimal im Jahr stellt sie ihre Bronze Skulpturen und ihre Wandgemälde zu Hause oder im Ausland aus. Außerdem arbeitet sie auch . on assignment?????
Sie ist geschieden und hat zwei Kinder, einen Sohn und eine Tochter. Sie managte es immer von ihrer Kunst zu leben, weil, wie sie sagt Ich nicht fahig bin etwas anderes zu tun!. Sie unterrichtete über Jahrzehnte in ihren eigenen Studios. Seit einem Jahr besitzt sie diese Studios nicht mehr und sie gab das Unterrichten zur selben Zeit auf, was wie sie findet äußerst angenehm ist. Unterrichten ist ein schöner, aber sehr intensiver und ermüdender Beruf und sie mag es in der Lage zu sein in ihrem Garten zu arbeiten oder einfach nur in ihm zu sitzen und die Sonne zu genießen.
Jetzt ist ihr Studio in ihrem Haus und sie will eine dauerhafte Ausstellung und einen Verkaufsraum organisieren. Im Oktober wird sie für die Öffentlichkeit an Sonntagen öffnen und bis dahin müssen noch viele Dinge getan werden wenn sie während des Sommers in ihrem Haus in Deutschland verbringen wird. Nicht das sie nicht da drüben tut! Im Gegenteil: in diesem Haus, gelegen am Mosel-Gebiet, gibt sie Skulptur Technik- und Modellier-Workshops für Gruppen von 8 Leuten. Anfänger und Fortgeschrittene Schüler können teilnehmen. Ein Workshop dauert fünf Tage, in denen man lernen kann, wie man selbst Skulpturen aus Stein macht, aus Wachs oder feuerfestem Ton modelliert. Man kann sich seinen eigenen Stein aussuchen und in eigenem Tempo arbeiten. Man hält sich auf dem 250 Jahre alten Bauernhof auf, gelegen inmitten von Wäldern, Feldern und Bergen. Wenn das Wetter schön ist findet die Arbeit draußen statt und wenn es regnet in einem großen Studio, einem früheren Stall. Für mich klingt das alles großartig! Ich werde mir das merken...Vorstellbar, das ich eines Tages in der Lage sein werde meine eigene Katzenskulptur zu machen! Vielleicht habe ich verborgene Talente...
Die Herstellung eine Bronze Skulptur ist ein sehr komplizierter Prozess und Gerdy erklärte mir wie es funktioniert:
Es gibt verschiedene Wege eine Bronze Skulptur zu machen sie beschreibt eine von ihnen, genannt cire-perdue, was literarisch übersetzt so viel bedeutet wie Abguß mit einer verlorenen Gussform das ist ein bekannter technischer Ausdruck. Cire-perdue kann immer nur einmal angewandt werden. Wenn man mehr Teile machen möchte, muss man eine andere Technik nutzen.
Die cire-perdue-Prozedur findet wie folgt statt (die Wörter, die die aufeinanderfolgenden Schritte anzeigen, sind unterstrichen):
1) Modellieren der Plastik indem man Wachs modelliert.2) Anbringen eines Guß-Hahns und Belüftungskanäle auf der Wachsform.
3) Gefolgt vom sogenannten forming-in, z.B. einen dicken Brei aus Gips, Kies und Wasser mischen.
4) Das Wachsmodell wird mit diesem Brei bespritzt, damit auch alle hohlen Teile ausgufüllt werden. Die dabei entstehende Art einer Gegen-Form muß schnell herrgestellt werden, weil der Brei schnell trocknet.
5) Als nächstes kommt das sogenannte burning off (brennen). Das Wachs schmilzt im Ofen und wird in einem großen Behälter aufgefangen. Der geformte Brei wird leicht bei 750° gebacken.
6) Dann findet das cooling down (abkühlen) statt. Die gebackenen, hohlen Formen werden nun bei einer Temperatur von 100° in Kochstellen mit sogenannter Brüsseler Erde (eine sandige Komposition) platziert, die Belüftungskanäle sind oben. Diese Komposition stützt die Gußform, damit die Gefahr des Zerbrechens so gut wie möglich vermieden wird, während man die Bronze hineingießt.
7) Weiter abkühlen. Das geht sehr schnell.
8) Das Formmaterial (der Brei) wird weg gehackt.
9) Die Bronze ist jetzt frei und ein neues Kunstwerk ist geboren!
10) Der Guß-Hahn und die Belüftungskanäle werden mit einer Säge entfernt.
11) Die Reste des Breis werden mit Wasser entfernt.
12) Dann folgt das cicelating, zum Ausbessern von Formfehlern. Dazu werden mehrere Werkzeuge wie zum Beispiel Hammer, Meißel, Feilen, Schleif-Werkzeuge und letztendlich Schmirgelpapier verwendet.
13) Jetzt wird mittels Säure der Oberfläche der Bronze Farbe verliehen. Dabei handelt es sich um eine Art von beschleunigtem Oxidationsprozess, mit dem das Metall vor äußeren Einflüssen geschützt wird. Die entstandene Staubschicht wird entfernt und die Figur kann schließlich gewachst werden.
14) Das Kunstwerk wird aufgestellt: ein Loch wird gebohrt und eine Schraube hinein gedreht, dann wird es auf einem Sockel befestigt.
Fertig!!Neben der Herstellung von Bronze Skulpturen malt Gerdy auch, besonders auf Stoff Leinwänden. Diese Gemälde sind Reliefe und sie nutzt alle Arten von Materialien, die sie in der Natur findet. Verschiedenste Arten dieser Gemälde schmücken ihre Wände und die sehen wirklich außergewöhnlich aus sie lösen die eigene Fantasie aus. Die meißte Zeit stellt sie Serien her, weil sie, wie sie sagt, nicht genügend ihrer Gefühle in nur ein einzelnes Gemälde stecken kann. Die Bilder in ihrem Studio bestehen aus 4-teiligen Serien.
Momentan kann man sich ihre Arbeit in der Galerie Alexandra, Zierikzee, anschauen und jeden Sonntag in ihrem Studio, Alphen a/d Rijn in den Niederlanden.
Die Zeit fliegt davon mit einem solch faszinierenden Gesprächspartner wie Gerdy wir bewundern noch schnell ihren schönen Garten und noch einmal starre ich voller Verehrung auf ihre wunderschönen Skulpturen.Wer ist Gerdy Oskam? Eine inspirierende Künstlerin mit einer liebenswürdigen Persönlichkeit, oder, wie sie es mit ihren eigenen Worten sagt: Ein glücklicher Mensch, der seine Arbeit liebt.
Wenn Sie interessiert sind Gerdy´s Studio zu besuchen oder an einem ihrer Workshops teilzunehmen, können Sie sie unter 0031 172 476258 anrufen.
Das Kopieren oder Abdrucken von Auszügen ist ohne die schriftliche Genehmigung der Autoren und der Oriental Edition Chefredaktion nicht gestattet. Es gilt das Urheberrecht!